Start

Das Filmerbe ist nicht nur eine Angelegenheit bildungsbürgerlicher oder cineastischer Kreise. Es ist Teil eines identitätsstiftenden kulturellen Gedächtnisses: Gemeinsame Identität aber ist Voraussetzung für die Aufrechterhaltung eines Gemeinwesens – auch in Zeiten wirtschaftlicher Not, politischer Zerrissenheit und sozialer Zersplitterung.
Somit ist das Filmerbe ein Politikum.

Film ist besonders leicht zugänglich. Auch darum sind historische Filmaufnahmen wichtige Zeitzeugnisse des 20. Jahrhunderts – vielleicht sogar die wichtigsten. In Anbetracht der bis 1945 andauernden Bedeutung Deutschlands als Weltmacht und Triebkraft weltumspannender Konflikte muss es im gedächtnispolitischen Interesse aller liegen, historische Filmaufnahmen dieser Zeit als Dokumente für die Zukunft zu bewahren.
Tatsächlich aber betreibt das Bundesarchiv, wo der bedeutendste Teil des dokumentarischen Filmerbes lagert, seit Jahrzehnten den systematischen Abbau der Originalfilmbestände, insbesondere der Bestände auf Nitrozellulose – das bedeutet: ihre planmäßige Vernichtung nach der (selektiven!) Umkopierung. Seit 2016 tritt an die Stelle der Umkopierung nunmehr ausschließlich die Digitalisierung – das bedeutet: die Vernichtung von Filmdokumenten nach Anfertigung eines digitalen Surrogats, und zwar ohne dass dem Bundesarchiv ein tragfähiges System zur Datenlangzeitarchivierung zur Verfügung steht.
Durch diese Kassationspraxis ist die physische Substanz des deutschen Filmerbes seit dem Jahr der Wiedervereinigung um über die Hälfte geschrumpft. Dieser Praxis, die mit Brandschutzbestimmungen gerechtfertigt wird, muss schnellstmöglich ein Riegel vorgeschoben werden, bevor auch der Rest der originalen Überlieferung unwiederbringlich verloren ist.

Darum muss die behördliche Filmvernichtung in Deutschland gestoppt werden!

Der Autor dieser Website steht auf dem Standpunkt, dass, wenn der Bund die Rechte an einem Großteil der zeitgeschichtlichen Filmdokumente für sich beansprucht, es auch seine Pflicht sein muss, für deren längstmögliche Erhaltung Sorge zu tragen.

Im Detail können meine Forderungen hier nachgelesen werden.

Ein Sachstandsbericht zur Filmvernichtung durch das Bundesarchiv, der auch Hintergründe zur Bedeutung des Films als Dokument und zu den juristischen und materialbedingten Hürden seiner dauerhaften Erhaltung enthält, ist hier zu finden.

Für die schnelle Lektüre sind die wichtigsten Fakten und, mit entsprechender Richtigstellung, häufigsten Falschbehauptungen zum Thema hier zusammengestellt.

Eine Auswahl von Kommentaren aus der deutschen und internationalen Fachöffentlichkeit ist hier zu finden.

Die englischsprachige Schwesterseite Save-German-Film-Documents.org ist hier zu finden.