23.10.2016 – Stellungnahme des Verbandes der deutschen Filmkritik e.V.

Anlässlich der am 19. Oktober stattgefundenen Filmerbe-Anhörung im Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages hat der Verband der deutschen Filmkritik e.V. (VdFk) eine Stellungnahme veröffentlicht, die den Bundestag auffordert, keine weitere Verzögerung bei der Sicherung des Filmerbes zuzulassen.
Im Rahmen dieser Stellungnahme kritisiert der Verband der deutschen Filmkritik auch die Vernichtung historischer Filmbestände durch die Archive:
„Deutsche Archive haben sich gegenüber der ersten Hälfte der Filmgeschichte, die größtenteils auf Nitratfilm vorhanden ist, bisher fahrlässig verhalten. Originale wurden nach der Digitalisierung vernichtet oder an ausländische Archive unter der Hand abgegeben. Dabei hat erst unlängst die Leiterin der Restaurierungsabteilung der Friedrich(-)Wilhelm-Murnau-Stiftung am Beispiel des vernichteten Kameranegativs von Josef von Bákys Münchhausen von 1943 ausgeführt, welche unwiederbringlichen Verluste durch die bisherige Politik entstanden sind.“
Unter den Forderungen des VdFk sei an dieser Stelle insbesondere die folgende hervorgehoben und ausdrücklich unterstützt. Der VdFk fordert „eine rechtlich verbindliche Anordnung der Filmarchive, die Vernichtung von Filmmaterialien zu unterlassen, sofern die analogen Kopien nicht tatsächlich nach internationalen Standards aufgrund ihres Zerfallzustands als Gefährdung einzustufen sind.“

Die VdFk-Stellungnahme kann hier abgerufen werden.